Ulrike Happel

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Von der PĂ€dagogin zur Designerin

 Erst nach mehreren, völlig unterschiedlichen Ausbildungen realisiert Ulrike Happel ihren Traumberuf und macht Mode

 â€žEs darf nicht aussehen wie selbst genĂ€ht“, erklĂ€rt Ulrike Happel. Nach Hobbyschneiderei sehen ihre KleidungsstĂŒcke auch nicht aus: Alles ist professionell verarbeitet und trĂ€gt ein Label mit dem Namen der Schneiderin. Aber die StĂŒcke sind selbst genĂ€ht, von Ulrike Happel, die seit drei Jahren in Reichelsheim ein Modeatelier betreibt.
Schon mit dreizehn begann die inzwischen 45-JĂ€hrige ihre Kleidung selbst zu nĂ€hen und wollte eigentlich Schnittdirektrice werden. Ihre Eltern betrieben in Biedenkopf ein GeschĂ€ft fĂŒr Damenoberbekleidung und Ulrike Happel wuchs mit dem Thema Mode auf. Mit der Modebranche mochte die junge Frau dann allerdings nichts zu tun haben, „da war alles so unecht, ein Kunstwelt“.
Sie suchte mehr das Menschliche, lernte den Beruf der Erzieherin und arbeitete im Kindergarten. 1988 erfolgte der Umzug nach Reichelsheim, wo Ulrike Happel Pekip-Kurse gab. Pekip bedeutet „Prager Eltern Kind Programm“ und ist eine Begleitung der frĂŒhkindlichen Entwicklung durch Bewegung, Sinnes und Spielanregung. Begeistert von diesen Kursen wollte sie in die Ausbildung arbeiten und hĂ€ngte noch ein Studium der SozialpĂ€dagogik an. Dem folgte die Erkenntnis, dass sie eigentlich doch lieber etwas Produktives machen möchte, etwas, das man sieht.
Zu dieser Zeit eröffnet ihr Ehemann ein ArchitekturbĂŒro und sie half im dabei. Ulrike Happel erlernte den Beruf der Bauzeichnerin und managte das Sekretariat. Das BĂŒro lief gut und ihr Mann animierte sie, nun doch endlich „ihr Ding zu machen“. Das Schneidern ĂŒbte sie in all den Jahren privat aus, die Söhne, inzwischen 17 und 20 Jahre alt, tragen noch heute mit Vorliebe von Mutter geschneiderte Hemden. In Kursen, LehrgĂ€ngen und Praktika eignete sie sich Wissen und Fertigkeit an. In Frankfurt studierte sie Modegrafik und Design und hĂ€ngte noch eine Ausbildung zur Farb-und Stilberaterin an.
Vor drei Jahren erfĂŒllte sich Ulrike Happels Traum: In einer wunderschönen Jugendstilvilla in Reichelsheim eröffnete sie ihr Modeatelier „Form & Farbe“. Dort tĂŒrmen sich, farblich sortiert, die Stoffballen. Ankleidepuppen stehen herum, gehĂŒllt in traumhafte Abendkleider. In Reih und Glied hĂ€ngen die unterschiedlichsten KleidungsstĂŒcke an den Stangen, Hosen in ÜbergrĂ¶ĂŸen, KostĂŒme aus edler Seide, Röcke, Blusen, Jacken, MĂ€ntel, im konservativen Stil aber fantasievoll und frech. Die Kundinnen – inzwischen rund 150 - kommen ĂŒberwiegend aus der Umgebung, sind meist ĂŒber 40 und legen Wert auf besondere QualitĂ€t. Gemeinsam mit der jeweiligen Kundin wird das KleidungsstĂŒck entworfen. Eine Farb- und Stilberatung geht auf Wunsch voraus oder fließt ein. Jedes gefertigte StĂŒck ist ein Unikat, individuell auf die Kundin abgestimmt. Wird der dafĂŒr gewĂ€hlte Stoff ein zweites Mal verlangt, dann nur nach Absprache mit der ersten TrĂ€gerin.
Zu Gute kommen mir bei meinem jetzigen Beruf all meine Ausbildungen“, erklĂ€rt die Designerin. FĂŒr die Beratung profitiert sie aus der SozialpĂ€dagogik, das Berechnen und Zeichnen lernte sie beim Bauzeichnen. Industrielle Fertigkeit vermittelte ihr die Schule in Frankfurt. „Es ist dennoch eine Gratwanderung“, rĂ€umt sie ein. Mehr als in einer Boutique mĂŒssen die Kundinnen fĂŒr die handgefertigten KleidungsstĂŒcke nicht bezahlen. Das heißt fĂŒr Ulrike Happel, bei geringem Stundenlohn mehr und lĂ€nger zu arbeiten, als es den Gewerkschaften gefallen wĂŒrde. „Aber solange die Arbeit Spaß macht, ist mir das egal“, erklĂ€rt sie absolut glaubhaft. (
info@form-und-farbe.net)