Kathleen Kinzer

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Mensch und Tier einander näher bringen

Seit einem Jahr arbeitet Kathleen Kinzer in Zell als Hundetrainerin, aber der Weg zu ihrem Traumberuf war voller Hindernisse 

Lang und reich an Umwegen war der Weg für Kathleen Kinzer zu ihrem Traumberuf. Erst seit einem Jahr ist sie in Zell als Hundetrainerin selbstständig, dabei stand für die 39-Jährige schon im Kindesalter fest: Es kommt nur ein Beruf in Frage, bei dem sie mit Tieren und der Natur zu tun hat.
Auf Wunsch der Eltern absolvierte sie jedoch eine Ausbildung zur Steuerfachgehilfin und war einige Jahre in diesem Beruf tätig. Befriedigung fand sie darin jedoch nicht und orientierte sich neu. Tiermedizin hieß das nun angestrebte Ziel und die junge Frau aus Hilden bei Düsseldorf holte die Allgemeine Hochschulreife nach. Mit einem Notendurchschnitt von 2,0 ging sie in das bei medizinischen Berufen übliche Auswahlverfahren und kam auf die Warteliste. Nach einem bis zwei Jahren hätte sie mit dem Studium beginnen können, was ihr jedoch zu lange dauerte. Die Alternative hieß Forstwirtschaft. An der Fachhochschule in Weihenstephan studierte sie bis zum Vordiplom, bei dem sie ihren späteren Ehemann, den Mümling-Crumbacher Karlheinz Kinzer, kennen lernte.
Mit ihm reiste sie quer durch die Bundesrepublik, „immer der Arbeit und dem Brot nach“. Als der Ehemann im Vogelsbergkreis eine Revierförsterei übernahm, kehrte etwas Ruhe ein. Kathleen Kinzer hatte wieder Zeit, ihren eigenen, auch beruflichen Interessen nachzugehen. Eine benachbarte Hundeschule, die sie mit ihren Vierbeinern besuchte, brachte sie auf die Idee, sich zur Hundetrainerin ausbilden zu lassen. Die Möglichkeit der Ausbildung bestand in der Hundeschule, aber das Schicksal wollte es wieder anders. Die Revierförsterei wurde wie so viele andere Förstereien aufgelöst, das Ehepaar musste das Forsthaus verlassen und stand mit zwei kleinen Kindern quasi auf der Straße. In Rossbach bei Frankfurt fand er einen neuen Job als Umweltberater, sie fuhr nach Oberhessen, um ihren Hundetrainerschein zu machen.
Unzufrieden war die ganze Familie mit der Wohnsituation, sie vermissten den Wald. Also ging die Suche wieder los, diesmal nach einem neuen Job für ihn und einem neuen Zuhause, vorzugsweise in einem Forsthaus. Im Odenwald wurde das schier Unmögliche wahr. Er fand einen neuen Arbeitgeber – und in Zell stand das ehemalige gräfliche Forsthaus Hubertus zum Verkauf an.
Seit Anfang 2003 bewohnt die Familie, die Kinder Hanna und Hermann sind inzwischen neun und sechs Jahre alt, das Anwesen. Schon kurz darauf eröffnete Kathleen Kinzer ihre Hundeschule. Das Grundstück, 2500 Quadratmeter davon sind eingezäunt, bietet ideale Voraussetzungen. Zusätzlich wurde eine kleine Hundepension eingerichtet. Drei Tiere finden dort Platz. Ausdehnen will die Hundefreundin dieses Angebot nicht, denn sie kümmert sich um ihre Gäste ganz alleine. Dazu gehören neben Fütterung, Fellpflege und reichlich Toben auf dem Grundstück auch ausgedehnte Spaziergänge durch den direkt angrenzenden Wald – und das bei jedem Wetter.
Der Schwerpunkt ist jedoch die Hundeschule, entweder als Einzelschulung oder in Kursen mit maximal vier Teilnehmern. Gleichgültig, ob Welpen die Grunderziehung erhalten sollen oder der erwachsene Hund mit irgendwelchen Marotten seinem Herrn das Leben schwer macht – gemeinsam mit der Trainerin kommen sich Tier und Mensch näher. Zehn Trainingseinheiten von 45 Minuten dauert ein Kurs, der überwiegend aus praktischen Übungen im Freien besteht. Voraus geht dem ein 60-minütiger Info-Abend, gespickt mit theoretischem Grundwissen und Erfahrungsaustausch. Anfänger und erfahrene Hundehalter absolvieren natürlich getrennte Kurse.
Leben könnte sie von dem daraus resultierendem Einkommen noch nicht, „aber ich betreibe das keinesfalls als Hobby“, erklärt Kathleen Kinzer. Das vergangene Jahr kostete nur Geld, das Grundstück musste einzäunt, Zwinger gebaut und Unterrichtsräume eingerichtet werden. „Aber nun bin bald aus der Talsohle heraus, es geht aufwärts“. Stammkunden empfehlen die Hundetrainerin weiter und auch die Pensionsgäste kommen immer wieder. Wie beispielsweise Angie, die dreijährige Labradorhündin. Ihr Herrchen befindet sich gerade in einer mehrwöchigen Fortbildung. Während dieser Zeit verbringt Angie die Tage in Zell und wird abends wieder abgeholt. Und Angie kennt sich schon aus: Wenn Kathleen Kinzer sich dem Zwinger nähert, kommt Freude aus. Denn dann gibt es entweder Futter oder Streicheleinheiten – oder es geht zu einem ausgedehnten Spaziergang in den Wald, natürlich an der Leine.
.Mehr auf eigener Seite:
www.hundeschule-kinzer.de