Mimi Weimar

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Der Traum von der Musikerkarriere

Ein holpriger Weg voller Hindernissen – aber ein Leben ohne Musik kann sich Mimi Weimar nicht vorstellen 

Seine Vision von der Musikkarriere währt bereits weit über zwanzig Jahre. Schon als Kind träumte Mimi Weimar davon, auf der Bühne zu stehen und die Massen zum Toben zu bringen – mit eigener Musik. Covern, das Nachspielen bekannter Stücke anderer Musiker, kam für ihn nie in Frage. Damit ließe sich zwar mehr Geld verdienen, „aber künstlerische Befriedigung verschafft es nicht“. Inzwischen bewegt er sich der Erbacher mit seiner Band „Salz“ in den Erfolg versprechenden Kreisen, hat Kontakte zur ersten Liga der Musikbranche und mit etwas Glück klappt es irgendwann mit dem Plattenvertrag.
Als Kind spielte Mimi Weimar Blockflöte und Klavier und besuchte die Musikschule. Aber das war ihm alles zu klassisch, wirklich ernst nahm er die Musik nicht. Das änderte sich in der Jugend. Heavy Metal faszinierte den jungen Erbacher und er lernte autodidaktisch Gitarre spielen. Mit ein paar Kumpels wurde die erste Band gegründet. „Madcap“ hieß diese, aber zu Auftritten kam es noch nicht. Die nächste Formation trug den Namen „Spontaneous“. Mit ihr kam der erste Auftritt im Partyraum der katholischen Kirche in Michelstadt – und das erste Erfolgserlebnis: Sie kamen beim Publikum mindestens so gut an, wie die Hauptband.
Die Musikrichtung änderte sich, wurde gruftiger. „Aber für Darkwave reichte es nicht ganz, wir waren nicht traurig genug“, erklärt Mimi Weimar. „Changeless Black“ hieß die nächste Formation, mit der 1991 mit der Aufnahme einer Demokassette die erste Studio-Erfahrung gesammelt wurde. Aber auch in dieser Gruppe hatten die Musiker zu unterschiedliche Ansprüche und gingen wieder auseinander. 1992 formierte sich „Laura’s Bedtime“. Mimi Weimar spielte Gitarre – und am Schlagzeug saß Andrè Madaus, sein Freund und musikalischer Wegbegleiter von der ersten Band an und über lange Zeit hinweg.
Mit „Laura’s Bedtime“ kam einer der schönsten Auftritte, 1993 beim Schmuckerfestival. An diesen Tag erinnert sich Mimi Weimar noch genau. Morgens war er noch in Mönchengladbach zur Beerdigung seiner Großmutter, abends stand er in Mossautal auf der Bühne des Jugendzeltes und spielte vor 500 tobenden Leuten. Sein Traum war greifbar nahe gerückt. Aber Widrigkeiten wie Verlust des Proberaums und interne Differenzen stellten „Laura’s Bedtime“ vorläufig ruhig.
Mimi Weimar machte weiter Musik, übernahm als Gitarrist und Bassist Studio-Jobs, sprang bei verschiedenen Bands ein, unter anderem bei „Forthcoming Fire“, die damals in der Gothic-Szene recht erfolgreich war. Mit ihr ging er im Juni 1996 auf Europa-Tournee, auf dem Zillo-Festival spielten sie vor mehreren Tausend Besuchern, beim Wave-Gothic-Treffen in Leipzig als Co-Headliner.
Wesentliche musikalische Einflüsse konnte Mimi Weimar bei „Forthcoming Fire“ allerdings nicht nehmen. Also wurde nach drei Jahren „Laura’s Bedtime“ wieder zum Leben erweckt. Nach einer Neuauflage alter Songs, einigen Experimenten, einem produzierten Album, zahlreichen Wechseln in der Besetzung und der Abkehr von englischen zu deutschen Texten änderte sich auch der Namen. „Salz“ hieß die Formation nun und machte sich mit dem Titel „Halte mich fest“ in der Branche einen Namen. Die Band erhielt mehrere Auszeichnungen und belegte bei Wettbewerben vordere Plätze.
Aber auch die Schattenseiten des Musikgeschäftes gab es zu spüren. Eine Promotions-Agentur versprach viel und hielt nichts. Bei einem Show-Case, einem Vorspielen vor Produzenten, in Köln kamen sie beim Publikum hervorragend an, spielten aber dennoch in den Wind. Ihr Alternative-Rock war nicht gefragt, das Rennen um den Plattenvertrag machte eine andere Stilrichtung. Inzwischen hat „Salz“ einen erfahrenen Produzenten mit guten Kontakten zur Branche – und die Chancen stehen gut, dass es mit einem Plattenvertrag klappen könnte. Die ständig wachsende Fangemeinde, darunter Teenager ebenso wie 50-Jährige, würde sich freuen.
Zur Gitarre greift der Erbacher in jeder freien Minute, Bandprobe ist in der Regel einmal pro Woche, rund 20 Auftritte absolvierte „Salz“ vergangenes Jahr. Geldverdienen ist damit noch nicht möglich. Die Einnahmen decken gerade die Ausgaben, übrig bleibt höchstens ein Taschengeld. Für den Lebensunterhalt sorgte immer „normalen Job“. Mimi Weimar studierte internationale Betriebswirtschaftslehre, die „Grundlage für Alles“ und ist in der IT-Branche tätig. Seit knapp drei Jahren nimmt zudem ein weibliches Wesen viel Zeit in Anspruch: Seine Tochter Marie, der größte Fan von Salz und selbstverständlich auch von Papa. Auf die Zeit mit ihr würde er zu Gunsten der Musik niemals verzichten, auf den Job gerne– sofern die Musik genug Geld einspielt.
Seine Eltern haben ihn immer unterstützt, erklärt der Musiker, „aber ebenso wie viele Freunde und Bekannten halten sie mich für einen Träumer“. Solange das Ziel nicht erreicht ist, wird er weiter träumen und daran arbeiten, mit seiner Musik die Massen zu elektrisieren. „Was Du nicht glaubst, wird niemals Wirklichkeit, was Du nicht wirklich willst, wird niemals wahr“, heißt es in dem Salz-Song „Alles wird gut“. Der Text stammt von Mimi Weimar und er scheint in gewisser Weise auch sein Lebensmotto zu sein.
Mehr auf eigener Seite:
www.salz-home.de