Andreas Schech

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Alltäglicher Trott ist nicht sein Ding 

 Mit seiner Kamera erlebt Andreas Schech Aufregendes – und lebt davon nicht schlecht

Nachts passiert irgendwo im Odenwald ein Unfall oder ein Haus brennt - und morgens im Frühstücksfernsehen läuft darüber bereits ein Film in den Nachrichtensendungen. In diesem Moment ist eines sicher: Andreas Schech hatte in der vorausgegangenen Nacht nicht viel Schlaf. Erst filmte er das Geschehen, anschließend fuhr er ins Studio des Senders nach Mainz oder Frankfurt, schnitt seine Ergebnisse und schon kurz darauf flimmern seine bewegten Bilder über die Mattscheibe.
Dabei fing die berufliche Karriere des inzwischen 27-Jährigen gar nicht so aufregend an. Nach dem Realschulabschluss absolvierte der Bad Königer bei Pirelli eine Ausbildung zum Energie-Elektroniker und wurde danach auch übernommen. Er verdiente gut, hatte geregelte Arbeitszeiten, aber: „Der alltägliche Trott war nicht mein Ding!“ Was stattdessen sein Ding ist, wurde ihm zum Hessentag 1998 in Erbach klar. Damals fungierte er bei Hessischen Rundfunk als Kabelträger, lernte die Redakteure und Kameraleute kennen und das ganze Umfeld faszinierte ihn.
Zu diesem Zeitpunkt drehte Andreas Schech schon Filme, mit einer kleinen Videokamera bei Hochzeiten und ähnlichen Anlässen von Verwandten und Bekannten. Den Gedanken, beim Hessischen Rundfunk eine Karriere in diesem Bereich anzustreben, verwarf er gleich wieder. „Da läuft auch alles in gerader Linie, einer filmt, der andere schneidet – ich wollte alles machen!“ Und er macht sich 1999 selbstständig. Über einen Bekannten kam er an seinen ersten großen Auftrag, wofür er sich seine erste große Kamera kaufte. Für die Firma Howard filmte er für Messepräsentationen Landmaschinen in ganz Deutschland.
Danach lief es eher schleppend, Hochzeiten und andere kleine Aufträge standen an und dazwischen absolvierte der junge Geschäftsmann noch seinen Zivildienst. Aber dann kam ihm die zündende Idee: Kinowerbung. Werbefilme für den Odenwälder Einzelhandel liefen im Erbacher Kino, produziert von Andreas Schech. Allerdings legte eine Schweinfurter Firma Einspruch ein, da sie die Rechte an der Kinoleinwand besaß. Erst machte diese Firma mit den Rechten über 700 Kinoleinwände ziemlich Stress, dann fand sie die Idee genial. Inzwischen bestückte der Bad Königer Filmer schon 30 Kinos mit Video-Beamern und verkaufte die entsprechenden Werbefilme dazu – eine Kooperation, die ihm regelmäßige, monatliche Einkünfte beschert.
Die nächste zündende Idee: News ans Fernsehen verkaufen, also Filme von Unfällen, Bränden, Leichenfunden und was im Odenwald, an der Bergstraße und im Landkreis Darmstadt-Dieburg noch so alles geschieht. Inzwischen laufen diese Filme auf ARD, ZDF sowie allen Sendern der SAT 1- und RTL-Mediengruppen. Dafür ist er nachts oft unterwegs, aber er macht nicht alles: „Tote filme ich nicht, da verzichte ich lieber aufs Geld“.
Ein weiteres Standbein: Der Industriefilmbereich. Für Merck, Hugo Boss, Procter & Gamble, Siemens, VDO und einige andere Konzerne dreht Andreas Schech Werbefilme und hält besondere Events fest. Dabei laufen ihm zum Beispiel in Kitzbühl auch mal die Klischko-Brüder, Heiner Lauterbach, Uwe Ochsenknecht, Michael Ballack und viele andere Prominente vor die Kamera – was sich anschließend gut an die Boulevard-Magazine verkaufen lässt. Mit Promis und den schönsten Orten Europas wird der Odenwälder Filmer auch konfrontiert, wenn er Musikvideos dreht. Zu sehen sind diese auf den Musiksendern MTV und Viva.
Inzwischen beschäftigt der Autodidakt fünf freie Mitarbeiter und bildet einen Lehrling aus, zum Mediengestalter Bild und Ton. Im Obergeschoss seines Hauses in Mümling-Grumbach befindet sich ein komplettes Studio mit mehreren Schneideplätzen und einem Dutzend Monitoren. Es läuft hervorragend, seinen Schritt in die Selbstständigkeit hat Andreas Schech nie bereut, ganz im Gegenteil. „Wäre ich bei Pirelli geblieben, hätte ich all diese interessanten, aufregenden Dinge nie erlebt“. (
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