Night Groove 2003
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Jung und Alt beim Kneipenfestival harmonisch vereint

Erster Michelst├Ądter Night Groove ├╝bertrifft mit ├╝ber 3000 Besuchern alle Erwartungen und sorgt bis in die Morgenstunden f├╝r eine lebendige Innenstadt 

Nach Mitternacht trifft man im Odenwald normalerweise nur selten noch Menschen auf der Stra├če. In der Nacht zum Sonntag allerdings herrschte in Michelstadt allerdings ein Ausnahmezustand der positiven Art. Auf den Stra├čen rund um das Rathaus und bis zur Odenwaldhalle wanderten Menschenmassen von einer Kneipe zur anderen. Die Lokale selbst waren kn├╝ppelvoll, Sitzpl├Ątze gab es nur, wenn jemand aufstand und selbst die Stehpl├Ątze reichten oft nicht aus f├╝r den Andrang.
Michelstadt erlebte seine ersten ÔÇ×Night GrooveÔÇť, eine gemeinsame Veranstaltung von zw├Âlf Gastst├Ątten und Einrichtungen. Vierzehn Musikgruppen der unterschiedlichsten Genres und durchweg auf hohem Niveau boten f├╝r jeden Geschmack etwas, vom konzertanten Ereignis bis hin zu hei├čen Rhythmen zum Abtanzen. Die Odenw├Ąlder, die ansonsten auf neue Veranstaltungsangebote oft mit vorsichtiger Zur├╝ckhaltung reagieren, hatten diesmal offensichtlich nur ein Bestreben: Unbedingt dabei zu sein.
├ťber 3000 Menschen aus dem Kreisgebiet und auch von weiter her groovten mit Begeisterung und durchweg in harmonischer, fr├Âhlicher Feierstimmung. Die Auftaktveranstaltung im Foyer der Odenwaldhalle eine Stunde vor dem allgemeinen Start in den ÔÇ×Night GrooveÔÇť war nur m├Ą├čig besucht. Aber in der ganzen Stadt str├Âmten die Besucher schon in die Kneipen und eine halbe Stunde nach Beginn des Musikprogramms hie├č es in vielen Lokalen: Voll bis zum Anschlag, nichts geht mehr. Anfangs waren ├╝berwiegend die ├älteren unterwegs, die Jugend kam wie ├╝blich etwas sp├Ąter in die G├Ąnge. Aber dann f├╝llten die altersm├Ą├čig bunt gemischten Besucher bis in die fr├╝hen Morgenstunden selbst die Odenwaldhalle. Diese Mischung aus Jung und Alt zeichnete sich auch in den Kneipen ab, wobei das Musikprogramm schon ein wenig sortierte.
Ein wenig chaotisch ging es im Patatkeller zu, wo es eine zeitliche ├ťberschneidung zwischen der regul├Ąren Vereinsveranstaltung und dem Night Groove-Programm gab. Der Thekenraum war bereits dicht mit Groove-G├Ąsten gef├╝llt als die Kabarettg├Ąste nach dem Programm den Saal wechseln wollten. Durch diese Massen hindurch musste zudem noch der Fl├╝gel transportiert werden. Aber auch das klappte schlussendlich.
Eigentlich funktionierte alles reibungslos, schlie├člich war die Veranstaltung bis ins Detail durchorganisiert. Verantwortlich daf├╝r ist die Firma Mikado aus W├╝rzbug, vertreten durch Michael Barkhausen und Andreas M├╝ller. Seit acht Jahren organisieren sie in verschiedenen Orten Events dieser und ├Ąhnlicher Art. In Michelstadt war viel ├ťberzeugungsarbeit n├Âtig. ÔÇ×Die Gastronomen f├╝r das Konzept zu begeistern und unter einen Hut zu bringen, war nicht einfachÔÇť, berichten die beiden. Die Stadt leistete engagiert Hilfe, finanzielle Unterst├╝tzung kam von der Schmucker Brauerei und der Sparkasse Odenwald und das Odenw├Ąlder Echo ├╝bernahm die Pr├Ąsentationsaufgabe. Dennoch bleiben einige angesprochene Gastronomen in der Innenstadt lieber au├čen vor.
Das wird im kommenden Jahr ÔÇô der Termin steht mit dem 13. November schon fest ÔÇô wohl anders sein. Denn f├╝r die beteiligten Lokale, die au├čer eine festen Werbepauschale keine Kosten hatten, lohnte sich der Abend auf jeden Fall. Zum Umsatz kam noch der Werbeeffekt: Selbst Michelst├Ądter sahen manche Lokale am Samstag erstmals von innen und zeigten sich positiv ├╝berrascht, was die Stadt an Gastronomischem zu bieten hat.
Die ├╝berwiegende Mehrheit der Groove-G├Ąste gab sich rundum begeistert und fand den Abend einfach genial. Einige sahen jedoch auch Anlass zum Schimpfen, zum Beispiel wenn sie vor den Lokalen wegen ├ťberf├╝llung abgewiesen wurden. Aber mit ein wenig Geduld hatte jeder die M├Âglichkeit, ├╝berall hinein zu kommen, denn die Massen waren ja in Bewegung.
Gut angenommen wurde auch der Night Groove-Shuttledienst der Oreg. Bis in die fr├╝hen Morgenstunden verbanden Busse Michelstadt mit der Ober- und Unterzent, f├╝r viele ein Grund, auf das eigene Auto zu verzichten. Eine weitere ├ťberraschung dieser Nacht: F├╝r eventuelle L├Ąrmbel├Ąstigte gab es eine Telefon-Hotline ÔÇô aber es ging nicht eine einzige eine Beschwerde ein.
Die perfekte Organisation der Veranstalter bescherte den Odenw├Ąldern, ob jung oder ├Ąlter, eine unvergessliche Nacht in unglaublich harmonischer Stimmung. Manchmal ist es eben gar nicht so verkehrt, wenn Ausw├Ąrtige mit der n├Âtigen Distanz und dem entsprechenden Knowhow kurzfristig die Regie in der Region ├╝bernehmen. (01.11.03)