LateLounge 2001
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Mit Roberto Cappeluti und Michi Herl durch Kailbach

Late Lounge-Team vom HR sorgt fĂŒr großes Helau in Hessens kleinster Gemeinde

 â€œWar spĂ€t gestern” lautet das Motto der Kultsendung “Late Lounge” in Anspielung auf die Sendezeit werktags gegen Mitternacht. Mit dem gleichen Spruch haben wohl die Kail-, Schöllen- und Hesselbacher ihre MĂŒdigkeit am Fastnachtssonntag erklĂ€rt. Sie haben keinesfalls die Nacht vor dem Fernsehen verbracht, vielmehr war Late Lounge bei ihnen, in Kailbach – was bis in die frĂŒhen Morgenstunden gefeiert wurde. Ein Fastnachtszug zog am Nachmittag durch den Ortsteil von Hesseneck, der kleinsten Gemeinde Hessens, die wahrlich nicht als nĂ€rrische Hochburg bekannt ist und schon gar nicht ĂŒber einen entsprechenden Karnevalsverein verfĂŒgt.
Verursacher dieses Treibens war der Hessenecker Mathias Schnetz. Als Roberto Cappeluti, Moderator der Sendung, und Michi Herl, sein Dauergast und Frankfurter Szenenkenner, in “Late Lounge” verkĂŒndeten, in kleinen hessischen Gemeinden Fastnachtszauber veranstalten zu wollen, meldete Mathias Schnetz sein Heimatdorf eigenmĂ€chtig ĂŒber Internet an. FĂŒnf Orte, vom höchsten Norden bis in den tiefsten SĂŒden Hessens, wurden von einer Jury ausgewĂ€hlt - und Kailbach war der krönende Schlusspunkt der nĂ€rrischen Latelounge-Tournee. “Echt geil hier”, meinte Cappeluti dazu. Die  Resonanz in der anderen Ortsschaft en war zwar auch gut, aber der Moderator machte die Erfahrung: Je kleiner das Dorf, desto grĂ¶ĂŸer die Party! Hier hatte Kailbach als kleinstes Dorf die Nase deutlich vorne und dazu noch den Vorteil, die Frankfurter GĂ€ste an einem Samstag im Ort zu haben.
“Als Mathias Schnetz uns gestand, was er getan hat, waren alle sofort dabei”, meinte BĂŒrgermeister Thomas Ihrig. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Über zwanzig Motivwagen und Fußgruppen bildeten den Umzug und die Straße war gesĂ€umt von Zuschauern – alle Hessenecker schienen auf den Beinen. AngefĂŒhrt von dem Wagen mit Cappeluti, Michi, den Ratten Körbel und Abrazzo vom Kikeriki-Theater, dem Team des Hessischen Rundfunks und Partymusik aus der Konserve setzte sich der nĂ€rrische Lindwurm in Bewegung. Ihnen folgten Andreas Keil und Silke Emig, das speziell fĂŒr diesen Tag gekĂŒrte Kailbacher Prinzenpaar. Die Feuerwehr des Ortsteils glossierte mit einem Motivwagen die Skischaukel Hesseneck. Die Wehr aus Schöllenbach sorgte mit ihrem Spielmannszug ebenso fĂŒr weitere musikalische Begleitung wie die Musikkapelle Waldkatzenbach.
Bunte Farbakzente setzten die Damengymnastikgruppen aus den drei Ortsteilen, der Kindergarten Hesseneck und die Kinderturngruppe. Die Jugend aus Hesselbach und Friedrichsdorf war ebenso dabei wie die Gesangvereine SĂ€ngerbund aus Hesselbach, SĂ€ngerkranz aus Schöllenbach und der Chor Frohsinn aus Kailbach. Von der Jugend bis  zu den alten Herren war auch die Spielvereinigung Ittertal, der örtliche Sportverein vertreten. Aus Hohberg im Badischen beteiligte sich ein  Motivwagen und der Carneval-Club aus Steinbach transportierte gar seinen großen Elferrat-Wagen nach Kailbach. 
Monster und GetrĂ€nkedosen, Clowns und Zigeuner, Außerirdische und  StelzenlĂ€ufer, lila KĂŒhe und Bauernballett boten einen kunterbunten Umzug, der schlussendlich in eine Party rund um das  Sportlerheim gipfelte. BĂŒrgermeister Thomas Ihrig, als putziges Baby verkleidet, war zu Recht stolz auf das, was die BĂŒrger seiner kleinen Gemeinde in der KĂŒrze der Zeit auf die Beine gestellt haben. Dickes Lob kam auch von den Fernsehmachern aus  Frankfurt, Michi Herl wollte diese Party mit Umzug gar alle vier Wochen wiederholen (keine schlechte Idee, meint Odin!). Eines  haben Roberto Cappeluti und sein Team mit dieser Aktion bewiesen: Die Glotze muss nicht unweigerlich die Einsamkeit fördern, sondern kann genau das Gegenteil bewirken. Wer am Samstag in Kailbach nicht live dabei war, konnte sich die Party im Fernsehen  anschauen: In der “Latelounge” am Rosenmontag  im Hessenfernsehen. Aber auch nach dem Fastnachtstrubel lohnt sich ein Zappen in diesen Kanal, denn Late Lounge ist einfach Kult in Hessen. Was dort alles so abgeht, steht natĂŒrlich auch im
Internet.