DIE ZAUdERER
Index
OdinPrawda
OdinWald
OdinKultur
OdinReise
OdinSport
Impressum
OdinHistory
OdinWälder

Drei Meister der Magie und ein komischer Vogel

 â€žDie Zauderer“ aus Berlin, Vize-Weltmeister ihres Faches, verblĂĽffen die Patatgäste

Es gibt Dinge, die lassen sich einfach nicht erklären – außer mit Zauberei. Von derartigen Dingen gab es am Samstag im Patatkeller reichlich. Flaschenvermehrten sich, ein Geldschein wanderte in eine brennende Zigarette, Ringe durchdrangen Metall und menschliche Körperteile, ein Mann verwandelte sich binnen Sekunden in eine Frau – nichts ging mehr mit rechten Dingen zu.
Schuld daran hatten „Die Zauderer“ aus Berlin, Sascha Grammel, Timothy Trust und Martin Sierp, seit 2000 Vize-Weltmeister der Zauberei in der Sparte Comedy Magic. Comedy und Magie standen somit auf dem Programm und den Unterschied erklärten die Herren gleich eingangs: „Wenn es nichts zu lachen gibt, ist es Zauberei“. Aber das vermischte sich, gelacht wurde meistens, wenn den Zuschauern nicht gerade vor Staunen der Mund offen stehen blieb.
Zum Publikumsliebling wurde schnell Sascha Grammel. Er bot die schönen, ästhetischen Nummern wie sein Kampf mit den Metallringen, die irgendwo eine unsichtbare Öffnung haben müssen oder seine Lichtshow als Fluglotse im Dunkeln mit Leuchtstäben – ein Genuss für die Augen. Zudem hatte Sascha noch einen besonderen Partner, der die Herzen im Sturm eroberte. Ein komischer Vogel, Sohn eines Adlers und einer Fasanin, mit schwarzer Sonnenbrille über den extrem schielenden Augen – und ziemlich frecher Klappe: Frederic Freiherr von Furchensumpft. Dass der Vogel sprechen konnte, lag daran, dass Sascha nicht nur zaubern und jonglieren kann, sondern auch noch der perfekte Bauchredner ist.
Martin Sierp präsentierte sich neben der Zauberei als Meister der Verwandlung: Als Wolle-Petry-Ruhrpott-Exorzist versuchte er sich in Teufelsaustreibung und gab Luigi den Mafiosi bei der Beerdigung des Paten, stets in Kombination mit verblüffenden Tricks und reichlich Komik.
Der dritte und kleinste im Bunde, Timothy Trust, stellte die Regeln fürs Hütchenspiel neu auf, vermehrt Flaschen und den Inhalt von Gläsern – und arbeitete mit Assistentin. Julie tauchte plötzlich in dem Tuch auf, in dem Sascha unmittelbar zuvor verschwand. Und sie konnte Gedanken lesen. Von der Bühne herunter benannte sie mit verbundenen Augen, was Timothy im Zuschauerraum in die Hand gedrückt bekam. Namen auf Visitenkarten wurden ihr ebenso telepathisch übermittelt wie Nummern von Geldscheinen.
Weitere Akteure auf der Bühne waren die Zuschauer, die selbst in der letzten Reihe nicht vor einem mehr oder weniger freiwilligen Auftritt sicher waren: Ulrike und Hans-Peter wurde zu lebendigen Bauchrednerpuppen, Eros, der eigentlich anders hieß, half bei der Patenbeerdigung, Dietmar wurde auf Teufelsbesessenheit getestet und der kleine Frederik in der ersten Reihe – nicht zu verwechseln mit dem komischen Vogel – diente das gesamte Programm über als Ansprechpartner.
Mit ihrer preisgekrönten Nummer „I can’t dance“, einem Potpourri an Zaubertricks, verabschiedeten sich die Drei von ihrem faszinierten Publikum. Das forderte mit frenetischem Beifall noch einige Zugaben heraus, bevor im Keller Konfettiregen niederging. Zu guter Letzt klärte Sascha noch den Trick mit dem Bauchreden auf: Einfach in eine leere Flasche, zuhalten und wieder öffnen – dann kommt die Stimme aus der Flasche. Bei Sascha hat es geklappt. Aber die Herren auf der Bühne hatten auch ihre verschlungen Arme und Hände viel schneller entwirrt als die Nacheiferer im Zuschauerraum. Kein Wunder, die Herren können ja zaubern. (21.03.04)