Comedy Ladys Night
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Queen Elisabeth in BSE-Ekstase 

Herta Schwätzig und Krissie Illing bescheren dem Patatpublikum eine furiose Comedy Ladies Night

Die eine könnte die kleine Schwester von Mr. Bean und die große von Daniel Küblböck sein, die andere die Tochter von David Copperfield und Mama Hesselbach. Gemeinsam zelebrierten die beiden Damen am Samstag im Patatkeller eine furiose „Comedy Ladies Night“, schräg, schrill, albern und umwerfend komisch.
Krissie Illing und Herta Schwätzig heißen die beiden, sind eigentlich Solokünstlerinnen, aber seit zwei Jahren auch gemeinsam auf Tour. Herta ist ein „Hessemädche“, Krissie kommt vom „little island“ England. „Very british“ ist auch ihre Komik, die Ähnlichkeit mit Mr. Bean frappierend. Ob sie auf ein „Blind Date“ wartete und sich währenddessen die Zähne putzt und schminkt oder als Queen Elisabeth die Zweite auf BSE völlig in Ekstase gerät, die lange Perlenkette um den Hals wirbeln ließ und schlussendlich in Strapsen über die Bühne hüpft – einfach gnadenlos komisch. Auch als Bauchrednerin begeisterte sie, mit einer Katze, die lieber ein Hund wäre und mit der Puppe Bernhard, deren Porzellankopf im als Handgepäck mitfliegt und beim Zoll regelmäßig für Aufruhr sorgt.
Herta Schwätzig machte ihren Namen Ehre und redete in schönsten Hessisch ĂĽber Schönheitoperationen: „Wenn de paar Rundunge habbe willst, nimm Schokolade – is gesĂĽnder als Silikon“. Zudem kennt sie sich in Mode aus, ebenso mit Bits im Computer und im Norbert, ihrem Mann – und vor allem kann sie zaubern. GrĂĽne Waldmeisterlimonade erschien aus dem Nichts, sie schluckte einen Luftballon von einem Meter Länge, lieĂź einen  Tisch schweben und sich von einem Zuschauer verschnĂĽren. Wenige Sekunde später trug sie dessen Jacke unter der VerschnĂĽrung.
Gemeinsam – Herta sang und Krissie tanzte - brachten sie das Mini-Rock-Musical vom hässlichen Entlein auf die Bühne, unterstützt von Techniker und Produzenten der Show, Zeus J. Borrmann, der dieses Stück auch komponierte. Die beiden rockten zusammen mit dem Publikum und der Saal brodelte. Aber auch optisch gaben die Damen einiges her, ob als Fruchtbarkeitsgöttinnen im Pop-Art-Stil, Herta in güldenen Dirndl aus Rettungsfolie oder knallbunt mit Topflappenbustier oder Krissie im Sexy-Mini-Kleid mit Sicherheitsunterhose bis unter die Achseln. Dass die kleine Engländerin deutlich schneller über die Bühne wirbelte als ihre dralle hessische Kollegin lag wohl auch an Hertas Vorliebe für Plateauschuhe, vorzugsweise in giftgrün, passend zum Lidschatten.
Die rothaarige Pop-Art-Hexe Herta Schwätzig heißt eigentlichAstrid Gloria Irmer, wuchs in Gießen auf, studierte über ein Hochbegabtenstipendium Geschichte, Journalistik und Germanistik mit den Abschlüssen Master of Arts 1991 in Norwich und Magister Artium 1993 in Hamburg, nahm Schauspiel- und Gesangsunterricht und ist eines der wenigen weiblichen Mitglieder im Magischen Zirkel und der International Brotherhood of Magicians. Sie konzipiert die Hertha-Shows, schreibt die Texte und entwirft die Kostüme.
Krissie Illing war bis 1999 die „Wilma“ neben „William“ Mark Britton und damit eine Hälfte von „Nikelodeon“, über Jahre das Beste, was Europa an Comedy zu bieten hatte. Das Chaospärchen avancierte damals zu Kultfiguren. Seit 1999 ist Krissie als Wilma Solo unterwegs und begeistert unter anderem mit ihrem abendfüllenden Theaterstück „Wilmas wunderbarer Waschsalon“, eine rabenschwarze Komödie in bester englischer Tradition.
Herta lebt seit sieben Jahren in Köln, so war es nicht verwunderlich, dass zum Programm auch etwas der Jahreszeit entsprechendes gehört – ein Faschingslied. Aber auch der Rest des Programms hatte reichlich Narretei zum Inhalt. Somit erlebte das Patatpublikum quasi eine Faschingssitzung, allerdings auf extrem hohem Niveau. (07.02.04)