Unsere Lieblinge
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Maximum an Musik mit Minimal-Instrumenten

Das kleinste Kammerorchester der Welt „Unsere Lieblinge“ spielt im Patatgewölbe groĂź auf 

Unglaublich, was zwei Herren mit einem Kontrabass und einer Andeutung von einem Schlagzeug an Musikalität auf die BĂĽhne zaubern können! Bei den Herren handelt es sich um Alexander Haas und  Stefan Noelle, zusammen „Unsere Lieblinge“, das kleinste Kammerorchester der Welt.
Am Samstag gastierten die beiden Münchner im Patatgewölbe – und erklärtem dem Publikum gleich zu Anfang, dass sie sich als ganz normale Band im klassischen Sinne sehen. Das wagte schon nach dem ersten Lied – Marilyn Mansons Tainted Love – niemand zu bezweifeln. Stattdessen tobte das Publikum vor Begeisterung, und das aus gutem Grund. Was diese beiden Vollblutmusiker mit Stimme, Kontrabass, Snare und Becken vollbrachten, stellte so manches weitaus größere Orchester in den Schatten.
In Moll und einem Hauch von Buena Vista Social Club boten sie Manuela „Schuld war nur der Bossanova“ – inklusive einer Textimprovisation zu Thema Sitzkissen im Patat und Sit-In in Michelstadt. Einen eigenen Text, nicht in sondern ĂĽber ungarische Sprache, erhielt der Ungarische Tanz von Johannes Brahms. In Georg Kreislers „Mädchen mit den drei blauen Augen“ floss die Neue Deutsche Welle mit den „Blauen Augen“ von Ideal ein. Vor „Radar Love von Golden Earring“ lieĂź der Kontrabass den Wochenendsound vom Krähberg erklingen. An Zarah Leander erinnerten die beiden mit dem Titel „Ich steh im Regen“ zu einem fiktiven Date mit der amtierenden Kartoffelkönigin am Rathaus. Alte deutsche Schlager „BarfuĂź im Regen“von Michael Holm, Daliah Lavis „Willst Du mit mir gehen“ oder Freddy Quinns „WeiĂźes Schiff nach Hongkong“  erklangen, letzteres inklusive SARS-Warnung. Als Hommage an die Patat-KĂĽche gab es Friedrich Hollaenders „Stroganoff“, bevor die Lieblinge „Besame Mucho“ in Mikrophon hauchten.
Noch viel ergreifender als Robbie Williams und Nicole Kidmann boten die beiden Lieblinge „Something Stupid“, mindestens so gut wie die Beatles, nur viel origineller „Fallin’“ oder „She loves you“. Wie die Comedian Harmonists sangen sie „Veronika, der Lenz ist da“ und „In der Bar zum Krokodil“, was nahtlos in Elton Johns „Crocodile Rock“ überging. Ganz ohne Frau und Gitarre bot der Bassist Alex Haas ein Frauengitarrensolo zu „Kiss“ von Prince. Aufsehen erregend waren auch die Schlagzeugsoli, wobei sich Stefan Noelle wahrlich nicht auf Snare und Becken beschränkte. Er fegte über die ganze Bühne, trommelte die Wände hoch und brachte die Gläser der Gäste zum Klingen. Dazu sangen die Beiden in sämtlichen Tonlagen, pfiffen, trompeteten – es schien, als würden sie zu hundert Prozent aus Musik bestehen.
Das begeisterte Publikum tobte, jubelte und konnte gar nicht genug kriegen – und es ging schon auf Mitternacht zu, als die Lieblinge nach mehreren Zugaben die BĂĽhne verlieĂźen. Im Thekenraum ging der Abend allerdings musikalisch weiter. Die Lieblinge hatten Feierabend, dafĂĽr unterhielt „Jazz-Time“, eine junge Formation aus der Region, die  Nachtschwärmer unter den Gäste mit hervorragendem Jazz.. (12.04.03)
 Und Schumi ist auch wieder da!!!!!