Ulf Anneken
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Das Gute liegt oft so nahe

Die beiden Bad Königer Ulf Anneken und Kolinda Brozovic eröffnen gemeinsam mit einem grandiosen Konzert die neue Patatsaison 

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt. An diese Goethe-Weisheit hat sich wohl Ulf Anneken erinnert, als er ohne Sängerinnen da stand. Eigentlich wollte der junge Musiker aus Bad König sich bei seinem Auftritt im Patatkeller von jungen Sängerinnen aus Boston begleiten lassen. Aber das amerikanische Passamt machte einen Strich durch die Rechnung, die Jazz-Ladies hätten den Odenwald nicht rechtzeitig erreicht. So schaute sich der junge Mann in der Nachbarschaft um und fand die ultimative Lösung in Person von Kolinda Brozovic.
Die beiden kennen sich schon aus ihrer Schulzeit, als Kolinda im Schulchor mit ihrer grandiosen Stimme für Aufsehen sorgte. Später, noch während der Schulzeit, arbeiteten die beiden bereits musikalisch zusammen. Nach dem Abitur, bei Ulf Anneken im Jahr 2000, bei Kolinda Brozovic ein Jahr später, suchten sie sich ihre musikalischen Wege allerdings getrennt voneinander. Ulf gewann in Italien einen Wettbewerb für junge Komponisten und damit ein Stipendium am Berklee College of Music in Boston – und studiert seitdem dort mit großem Erfolg. Dieses Jahr gewann er am College einen Wettbewerb für junge Musikproduzenten, inklusive Aufnahmemöglichkeit eigener Arrangements in einem der großen Tonstudios Amerikas. Neben dem Studium produziert er Filmhintergrundmusik, begleitet Orchester, bastelt Musik-Collagen und pflegt das einfühlsame Klavierspiel in Swingmanier. Damit machte er sich auch im Patat einen Namen, wo er seit Jahren als Barpianist die Gäste unterhält.
Kolinda – Jüngere kennen sie als stimmgewaltige, ehemalige Frontfrau der Band „Gone Stupid“ – kommt als freischaffende Sängerin gut in der Welt herum. Unter anderem arbeitet sie schon mit Glashaus, Reamonn, Rolf Stahlhofen und Robee Mariano von den Söhnen Mannheims, der amerikanischen Gitarrenlegende Paul Reed Smith oder Gary Grainger, dem Bassisten von Whitney Houston und Nancy Sinatra. In Stuttgart, ihrem derzeitigen Wohnsitz, entsteht gerade ein eigenes Album in der Stilrichtung Pop, Soul, Rhythm and Blues.
.Gemeinsam eröffneten die beiden talentierten Odenwälder am Freitag die neue Patatsaison vor ausverkauftem Haus mit „Boston Swing“. Einen unkonventionellen Abend versprach Ulf Anneken den Gästen, eine Mixtur aus Jazzstandards und eigenen Kompositionen. Dabei stellte sich heraus, dass sie noch immer zusammen arbeiten. Auch auf zahlreichen neueren Produktionen von Ulf ist Kolindas Stimme zu hören. Auf CD wurden diese eingespielt, zum Beispiel „Jeannie“, die Geschichte eines Mädchens, das in der Disco den Lover trifft. Dabei spielte der Komponist und Arrangeur mit der Titelmusik der Serie „Bezaubernde Jeannie“. Auch „Cinderella“ machte der Disney-Fan zu seinem Thema und das Publikum hörte live die Klavierversion und später von CD die Orchesterversion „mit Geigen, Celli und der ganzen Bagage“.
Ob bei den eigenen Stücken oder den Klassikern wie „Big Spender“, Somewhere over the Rainbow“ aus dem „Wizard of Oz“, „My Funny Valentine“ oder „Sweet Home Chicago“ zeigten sich die beiden Bad Königer als hervorragend eingespieltes Team, musikalisch ausgesprochen gefühlvoll und auch in Sachen Bühnenpräsenz rundum professionell. Das Publikum tobte vor Begeisterung und wollte die beiden nicht mehr von der Bühne lassen. Jeder der Gäste war sich nach diesem Konzert sicher: Von diesen beiden hoch talentierten Odenwäldern wird man noch viel hören – und das wahrlich nicht nur im Odenwald. (29.08.03)