Theater Trifolie
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Die Liebe der Sonnenblumen und tuffige Westernhelden

Theater Trifolie fasziniert im Patatkeller mit visueller Comedy aus Pantomime und Clownerie

Wie erleben Sonnenblumen die Liebe und die Fortpflanzung, was treiben Geheimagenten ihrer Majestät auf der Toilette und was geschieht, wenn zwei Nationen gleichzeitig die Schwerelosigkeit des Mondes erobern? Antworten auf diese Fragen gab es am Freitag im Michelstädter  Patatkeller vom Theater Trifolie – und das ausgesprochen anschaulich.
„Bazurrr!“ lautete der Titel des Programms und die drei Herren Axel Vandenabeele, Sven Stutzenberger und Rolf Neuendorf erzählten skurrile Geschichten. Das jedoch mit einem Minimum an Worten und einem Maximum Gestik, Mimik, artistischer Körperbeherrschung, präzisem Timing und vor allem Komik – visuelle Comedy aus Pantomime und Clownerie.
Bei den Sonnenblumen wirbelte die dicke Biene allerhand Blütenstaub auf, James Bond im Doppelpack spülte sich in die Kanalisation und die beiden feindlich gesonnenen Monderoberer treiben als leuchtende Michelin-Männchen durchs Weltall.
Im Gegensatz zu der durchgängigen Sparsamkeit an Worten gingen die drei als zwei verwegene und einem tuffigen Westernhelden mit dem Wort „fucking“ eher verschwenderisch um – bis sie von den Teletubbies dahingerafft wurden. Als der Teufel als nerviger Tourist beim Beten störte und dabei in der Kirche noch nicht einmal den Hut abnahm, wurde auch der Fromme zum Killer. Als orientierungslose Seeleute mit schlingerten sie dem entgegenkommenden Dampfer knapp davon, im Paddelboot bezwangen sie Stromschnellen und freche Enten. Das Publikum übernahm dabei kurzerhand die Rolle der mit Cola-Dosen beschenkten Eingeborenen und durfte die Bootsfahrer mit den Dosen – allerdings in einer Schaumgummiausführung - bewerfen.
Einfach köstlich, was die drei Akteure boten. Acht Szenen mit insgesamt 18 Charakteren brachten sie auf die BĂĽhne – und das in mitreiĂźender Spielfreude und vollendeter Harmonie, die bis zur Technik und den eingespielten MusikstĂĽcken und Geräuschen reichte. Ein lang gezogenes, bedauerndes „Ohhh!“ erklang im Keller, als das Schild „Ende“ selbiges ankĂĽndigte. Aber es gab noch streitsame Figuren einer Drehorgel, einen gewissenhaften, vom Speer durchbohrten Weitenmesser beim Sport, eine durchlässige menschliche Mauer vorm FuĂźballtor und einiges mehr als Zugabe, bis die drei vom Theater Trifolie definitiv alles gegeben hatten. „Noch mehr haben wir leider nicht“, gestanden sie ein und bedauerten es offensichtlich selbst. (20.06.03)