Finkenbach 2001
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Quo vadis Finkenbach-Festival?

Badische Polizei bremst die Besucher aus 

Nun ist es vorrĂŒber, das zweite Finkenbachfestival unter Polizeischutz - und in diesem Jahr waren die Auswirkungen deutlich  zu spĂŒren. Es kamen weniger Besucher und die Stimmung auf dem Festival war deutlich gedrĂŒckt, vorallem bei den Besuchern aus dem badischen Raum. Denn vor diesen lag vor dem Festivalbesuch die raumdeckende badische Polizeikontrolle.
Schuldzuweisungen deswegen bekamen auch die Veranstalter zu hören, aber hier muss mal eines klargestellt werden. Weder die Finkenbacher noch die OdenwĂ€lder sind scharf auf diesen Polizeischutz - und er grĂŒndet auch nicht auf eine hessische Initiative. Im vergangenen Jahr hatte einige Szene-Magazine Finkenbach in Sachen Drogen zum gesetzesfreien Raum erklĂ€rt. Eine solche Veröffentlichung fiel den badischen Cops in die HĂ€nde, worauf diese zu dem Schluss kamen: Da mĂŒssen wir was unternehmen. NatĂŒrlich dĂŒrfen die Badenser nicht einfach in Hessen einmarschieren, wir leben ja schließlich nicht im Kosovo. Aber die Badenser zwangen die hessischen Kollegen mehr oder weniger zur “Amtshilfe” - die Erbacher Polizei kannte das Festival ja bereits seit 20  Jahren, war stets dort prĂ€sent und sah bislang keinen Veranlassung, das friedliche Fest aufzumischen.
Nun mussten sie eben, obwohl sie im letzten Jahr mit dem Wiesenmarkt schon genĂŒgend zu tun hatte. Dieses Jahr stand zum Finkenbachfestival kein weiteres Fest in der Region an, dennoch gab es von Seiten der von hessischer Seite anreisenden Besucher kaum Klagen. Es wurde kontrolliert, aber dem Anlass entsprechend. Und wer mit dem qualmenden Joint im Gesicht in die Polizeikontrolle fĂ€hrt oder sich in sichtlich zugedröhntem Zustand ins Auto setzt, ist wohl selbst schuld.
Von badischer Seite hingegen herrschten bayrische VerhĂ€ltnisse, wie der nachfolgende Bericht eines Betroffenen zeigt. Seine Prognose fĂŒr die Zunkunft des Festival deckt sich mit den BefĂŒrchtungen der  Veranstalter. Es sieht momentan so aus, als lĂ€ge der badischen Polizei sehr viel daran, dieses Festival fĂŒr immer zu beenden. Eigentlich unvorstellbar, denn zum einen hat dieses Hippiefestchen eine lange  Tradition, und auf sowas legen wir Wert im Odinwald, zum anderen liegt Finkenbach definitiv noch in Hessen und geht die badischen Cops eigentlich nichts an. Seit Jahren fahren OdinwĂ€lder schon nicht mehr  zu Festivals nach Bayern (von denen es auch schon nicht mehr viele gibt), eben wegen jener diskriminierenden Polizeibehandlung, nun haben wir die Show direkt vor der sĂŒdlichen HaustĂŒr. Wie es in den nĂ€chsten Jahren weitergeht, steht in den Sternen, ein politisches Umdenken ist erfahrungsgemĂ€ĂŸ im Badischen nicht zu erwarten. Hessen hat, trotz CDU und Roland Koch, diese Polizeistaat-MentalitĂ€t noch  nicht angenommen - obwohl es schon seltsam ist, dass es die Finkenbacher Polizei-Kontrollen ebenso lange gibt wie die CDU-Regierung in Hessen. Aber dass Kontrollen auch anders aussehen können als im Badischen, beweisen ja die hessischen Kollegen, die Festivalbesucher nicht automatisch fĂŒr Schwerstkriminelle halten und so behandeln.
Übrigens: Odin ist zwar grundsĂ€tzlich gegen diese Kontrollen,  aber einem Autofahrer wĂŒnschte er diese in voller HĂ€rte. Und zwar jenem zugedröhnten oder zugekifften Typen, der Samstag gegen Mitternacht auf der Straße nach FalkengesĂ€ĂŸ einem kleinen, schwarzen Fiesta KotflĂŒgel samt Stoßstange völlig zusammenfuhr - und Fahrerflucht beging. Das Auto gehört einer 18-jĂ€hrigen SchĂŒlerin aus dem Odinwald - die das Finkenbach-Festival kĂŒnftig auch nicht mehr besuchen will,  allerdings nicht wegen der Polizeikontrollen.

Ein Erfahrungsbericht::
Hallo, wir waren am Samstag beim Finkenbach - Festival und verbrachten einen schönen Tag und eine schöne Nacht auf dem GelĂ€nde. Wir hatten keine illegalen Drogen dabei, wurden jedoch einigemal zum Joint rauchen eingeladen und machten fast die ganze Nacht durch, lediglich drei vier Stunden schliefen wir im Auto und teilweise waren wir auch etwas feucht durch das nasse Wetter wĂ€hrend des Konzertes. Wir sahen deshalb sicherlich auch etwas ĂŒbermĂŒdet aus, als wir morgens so gegen sieben Uhr aufwachten und nach Hause  ins Bett wollten. Ich selbst bin nicht gefahren sondern war nur Beifahrer. In Eberbach kamen wir dann in eine Verkehrskontrolle die auch gleich als Drogenkontrolle ausgewiesen war. Der letzte Joint war  wirklich schon fĂŒnf sechs Stunden zurĂŒck aber wir hatten halt wenig geschlafen und so gut wie durchgemacht.
Jetzt kam der Hammer als ich als Beifahrer und Besucher des Festivals genauso wie der Fahrer eine Urinprobe abgeben mußte. Es wurde bei dieser Verkehrskontrolle nur nach Festivalsbesuchern gefahndet und so wie wir mitbekamen mußten dann alle Fahrzeuginsassen die im Besitz eines FĂŒhrerscheins waren eine Urinprobe abgeben, welche dann mit einem Schnelltest untersucht wurde, bei uns natĂŒrlich positiv, und die dann zur weiteren Untersuchung an das BKA geleitet wird sowie an die Staatsanwaltschaft. Dabei wurde auch ein vorgefertigtes Formular ausgefĂŒllt mit persönlichen Angaben, Familienstand, Telefonnummer usw. sowie ein Protokoll mit Angaben wie es wohl zu dem THC im Urin kam und dann alles noch unterschreiben, wobei mir im nachhinein auffiel, das ich nicht dazu aufgeklĂ€rt wurde, das mir meine Angaben auch Schaden könnten und ich andererseits so mĂŒde und durchnĂ€ĂŸt war, daß ich in diesem Moment nur meine Ruhe und mein Bett wollte und in diesem Zustand alles unterschrieben hĂ€tte um nach Hause zu dĂŒrfen. Das Auto mußten wir dann stehen lassen, der Fahrer noch eine Blutprobe  und seinen FĂŒhrerschein abgeben und am nĂ€chsten morgen ab sieben Uhr, also 24 Stunden spĂ€ter, durfte er seinen FĂŒhrerschein wieder abholen.
Ich habe Frau und zwei Kinder, die dieses Jahr nicht dabei waren, weshalb ich dann auch mal richtig was rauchen konnte, was ich nicht tun wĂŒrde wenn ich mich noch um meine Kinder kĂŒmmern mĂŒĂŸte.
Mich wĂŒrde jetzt nur mal interessieren, ob das alles legal war was die Polizei da vollbrachte, also gezielt nach Festivalbesuchern fahnden und dann alle abpissen lassen die einen FĂŒhrerschein besitzen egal ob Fahrer oder Mitfahrer. Außerdem wĂ€hre es noch interessant zu wissen, ob es von den Betroffenen irgendwelche "InteressenverbĂ€nde" oder so etwas gibt, wo man seine Erfahrungen austauschen kann oder wo man erfĂ€hrt was einen in naher Zukunft von der  Staatsanwaltschaft erwartet.
Ich bin immerhin 38 Jahre alt und noch nie wegen Drogendelikten oder Verkehrsdelikten aufgefallen und mich wĂŒrde jetzt schon interessieren ob ich meinen FĂŒhrerschein bald abgeben kann oder was auf mich zukommt. Ich lebe auf dem "Land" und schon wegen meiner Kinder bin ich auf meinen FĂŒhrerschein voll angewiesen.
Ich denke in ein paar Jahren wird es dieses  Festival nicht mehr geben, da jetzt schon viele meiner Bekannten nicht mehr hingegangen sind und wir nur ohne Hanf hingingen und das wie man sieht auch nicht geholfen hat. NĂ€chstes Jahr komme ich  garantiert nicht mehr obwohl es jahrelange eigentlich fast Pflicht war hinzugehen.

Der offizielle (hessische) Polizeibericht:
Guru - Festival / Finkenbach: Das Guru - Festival in Finkenbach am vergangenen Wochenende verlief erwartungsgemĂ€ĂŸ friedlich. Die Polizei mußte nur zweimal einschreiten. In einem Fall war ein zweijĂ€hriges Kind kurzzeitig der Mutter abhanden gekommen und in einem Fall hatte sich eine volltrunkene Person in ein falsches bzw. fremdes Zelt gelegt und wollte seinen Schlafplatz nicht rĂ€umen. Zu den Polizeikontrollen, die im Vorfeld bzw. bei anreisenden Festivalbesuchern durchgefĂŒhrt wurden. Von PolizeikrĂ€ften Baden WĂŒrttemberg und des PP SĂŒdhessen wurden ĂŒber 150 Fahrzeuge und ĂŒber 300 Personen kontrolliert und teilweise bzw. bei Verdacht auf MitfĂŒhren von Drogen auch durchsucht. Es wurden insgesamt ca. 12 Gramm Haschisch, ca. 620 Gramm Marihuana, 2 Gramm Kokain, einige Tabletten Ecxtasy und eine illegale Waffe, ein TotschlĂ€ger sichergestellt. Dies fĂŒhrte zu 12 Strafanzeigen wegen Verstoß gegen das BetĂ€ubungsmittelgesetz und 11 kurzfristigen Festnahmen. Insgesamt wurden 15 Blutentnahmen und 3 Urinproben bei Kfz - FĂŒhrern wegen  Verdacht unter Alkohol- bzw. Drogeneinfluß durchgefĂŒhrt. Nach dem Festival wurde im Bereich Hirschhorn der abfließende Verkehr kontrolliert. Dies fĂŒhrte zu 47 Strafanzeigen wegen Drogenbesitz oder  Verdacht des Fahrens unter Einfluß von Alkohol oder Drogen. Es wurden 44 Blutentnahmen und 56 Urinproben durchgefĂŒhrt und 86 Gramm Haschisch und 11 Gramm Marihuana sichergestellt und 6 FĂŒhrerscheine beschlagnahmt.
Die Polizei hatte sich die Aufgabe gestellt, die Sicherheit der Besucher und Bewohner zu gewĂ€hrleisten, offenen Drogenhandel und -konsum zu unterbinden und die BeeintrĂ€chtigung des Straßenverkehrs (Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluß) repressiv und prĂ€ventiv zu bekĂ€mpfen. Die sichergestellte Drogenmenge ist als Gesamtzahl nicht unbedingt prĂ€sentativ. Die Kontrollen im Vorfeld  sollten u. a. prĂ€ventiven Charakter zeigen, wurden entsprechend angekĂŒndigt und durch die Maßnahmen im Jahr zuvor vielen bekannt. Anreisende Besucher wurden lediglich selektiv und insgesamt nur wenige  Prozent der Gesamtbesucherzahl kontrolliert. Die Polizei will keineswegs alle Festivalbesucher als Konsumenten von Drogen verdĂ€chtigen. Bemerkenswert sind die relativ hohen Zahlen des Verdachtes des  Fahrens unter Alkohol- oder Drogeneinfluss bei den durchgefĂŒhrten Kontrollmaßnahmen im Straßenverkehr. Diesen Zahlen zeigen deutlich den Bedarf von intensiven Kontrollen, um die Sicherheit der  Verkehrsteilnehmer zu gewĂ€hrleisten.

Der offizieller Pressebericht:

Finkenbach-Festival mit Störfaktoren aus dem Badischen

Musikalisch und organisatorisch das beste Finkenbach-Festival aller Zeiten – aber etwas bedrĂŒckte Stimmung 

Sie kamen in diesem Jahr sehr langsam in die GĂ€nge und nach Finkenbach, die Blumenkinder und ihre Gleichgesinnten jeden Alters und aus  ganz Deutschland. Liegt es am Wetter, das eigentlich gar nicht so schlecht war, liegt es der kleinen CampinggebĂŒhr, die zum erstem Mal erhoben wurde oder haben sich die  Besucher von den Polizeikontrollen abschrecken lassen – so lauteten am Freitag Abend die Fragen der Veranstalter, die Finkenbacher Vereine. Unterm Strich waren es weniger Besucher als in den  Vorjahren, aber auf dem KonzertgelĂ€nde zum GlĂŒck ausreichend, um die Kosten zu decken und den Fortbestand der legendĂ€ren Veranstaltung zu gewĂ€hrleisten. Das große Problem ist nach wie vor, dass  seit einigen Jahren zwar stets mehr Besucher nach Finkenbach kommen, immer weniger auch eine Eintrittskarte fĂŒr die Konzerte erwerben. Wenn sich das weiter fortsetzt, besteht die Gefahr, dass die Veranstaltung nicht mehr finanzierbar ist und stirbt – aber soweit ist es noch nicht und fĂŒr nĂ€chstes Jahr ist wieder ein Festival geplant.
Ebenso langsam wie in ganz Finkenbach wuchs die Zahl der Besucher am Freitag auch auf dem KonzertgelĂ€nde. Tavil, mit Butze Fischer und Gattin Iris boten vor einer Hand voll Zuschauern eine ziemlich schrĂ€ge Nummer zwischen indischem Marktgeschrei und vertonten Kinderversen. Auch die Pyranjas, die vor vier Jahren als 13-jĂ€hrige Jungs in Finkenbach mit ihrem musikalischen Talent begeisterten, spulten  ihren sauberen, fetten Rock vor kleinem Publikum ab. Erst als Jango Edwards bei Einbruch der Dunkelheit auf der BĂŒhne stand, ging die Post ab. Der geniale Musikclown, inzwischen schon im Seniorenalter, versetzte das Hippievolk in Begeisterung, den jugendlichen Nachwuchs ebenso wie die Blumenkinder der Siebziger. Er jazzte, bot Blues, HipHop, Rock’n Roll, turnte ĂŒber die BĂŒhne und zog sich zu jeder Nummer um. Literweise Bier spritze ĂŒber  die BĂŒhne und Jango, als dieser den “Six-Pack-Junkie” gab. Im Stars-and-Stripes-String-Tanga mit aufblasbaren EngelsflĂŒgeln an den Armen sprang er kopfĂŒber in, beziehungsweise auf einen Becher  Wasser – von AltermĂŒdigkeit keine Spur.
Leichter Nieselregen ließ dabei wieder Woodstock- Feeling aufkommen, was sich im Laufe des Abends auch aus musikalischer Sicht noch verstĂ€rkte. Mit den Lokalmatadoren Guru Guru, teilweise unterstĂŒtzt von Butze Fischer, ging es auf eine musikalische Zeitreise durch 30 Jahre Krautrock-Geschichte. Die Legende der Psychedelic-Musik mit  Frontmann Mani Neumeier, der inzwischen auch schon seinen 60. Geburtstag hinter sich hat, brachte die Stimmung zum Kochen und das Tal zum Beben. Aber selbst das war noch steigerungsfĂ€hig, durch  Woodstock pur und die vermeintliche Auferstehung von Jimi Hendrix. Dieser Hendrix hieß zwar Byron Holmes, sah aber aus wie Jimi, sang wie er und spielte vor allem auch so Gitarre.
Der Samstag startete sĂŒdamerikanisch mit Dinho Alves und Band. Good vibes verbreitete anschließend Buba Jammeh aus Afrika. Das Publikum tanzte im Regen, die Stimmung auf dem FestivalgelĂ€nde erreichte endlich die gewohnte Fröhlichkeit und das durchnĂ€sste Hippievolk ließ den Afrikaner erst nach einigen Zugaben von der BĂŒhne. Nach 20 Jahren standen danach wieder einmal “Kraan”, eine weitere Rock-Legende der Siebziger, vor Finkenbacher Publikum. Seit 30  Jahren besteht diese Band schon und kehrte erst im letzten Jahr nach mehrjĂ€hriger Pause auf die BĂŒhnen zurĂŒck. Von Altererscheinungen auch hier keine Spur, emotional mitreißend und musikalisch genial begeisterten sie die Musikfans jeden Alters, trotz den inzwischen strömenden Dauerregens. Dem Festivalabschluss ging die die lĂ€ngste Umbaupause voraus, von dem Perfektionisten Mani Neumeier dirigiert. Gemeinsam mit Conny Maly bot er als “Lover 303” Acidrock’n Roll und Garagentrance, fantasievolle, abgefahrene Techno-Musik, aber made by Mani und nicht zu verwechseln mit  gewöhnlichem Techno. Optisch wurde das akustische Erlebnis von einer gigantischen Playground Fireshow in Szene gesetzt.
Musikalisch war es eines der besten Finkenbach-Festivals, eine Superlative wurde jedoch auch organisatorisch gesetzt. Das Dorf war nicht mehr zugeparkt, die Hauptstraße und damit auch die Rettungswege waren frei. Die ParkplĂ€tze auf den Wiesen und auch die ZeltplĂ€tze wurden optimal genutzt, so dass sogar  am Samtag noch PlatzkapazitĂ€ten frei waren. FĂŒr diesen reibungslosen Ablauf sorgte ein 25-köpfiges Secutity-Team aus Bochum, dass zwar fĂŒr die Veranstalter einen enormen Kostenfaktor bedeutete, sich aber auf auf alle FĂ€lle bezahlt machte.
Der Ortsverein des Roten Kreuzes, in diesem Jahr erstmals unterstĂŒtzt von der Erbacher Bereitschaft, hatte es neben den ĂŒblichen kleinen Wehwehchen diesmal mit viel Blut zu tun. Aber dieses stammte alles  aus einer einzigen Platzwunde am Kopf eines Besuchers, der sich vehement gegen eine Behandlung strĂ€ubte und immer wieder ausbĂŒxte.
Diskussionen und Gemotze gab es auch. Zehn Mark als CampinggebĂŒhr zu entrichten gefiel Einigen nicht, obwohl diese bei Ă€hnlichen Veranstaltungen absolut ĂŒblich sind und weitaus höher liegen. Manche sehen es als  SelbstverstĂ€ndlichkeit an, kostenlos zu Campen und Berge von MĂŒll zu hinterlassen – und reisten ohne einen Pfennig Geld nach Finkenbach. Die grĂ¶ĂŸte VerĂ€rgerung bei den Besuchern erregte jedoch der  Polizeieinsatz im Vorfeld und zu Beginn der Veranstaltung. Aber hier gingen die Meinungen der Besucher weit auseinander, was mit der Richtung ihrer Anreise zusammen hing. Die Beamten auf hessischer Seite, die Erbacher Polizei, unterstĂŒtzt von Kollegen aus Wiesbaden, erhielten von den betroffenen Festivalbesuchern durchweg “positive Kritiken”. Die Beamten waren prĂ€sent, es gab Kontrollen, aber es hielt sich alles in einem angemessen Rahmen und wurde akzeptiert. Von badischer Seite jedoch drangen Schauergeschichten von Leibesvisitationen auf dem Parkplatz und auseinander genommenen Autos in das Tal, was die Stimmung am Freitag gewaltig drĂŒckte. Eine langjĂ€hrige Besucherin aus Baden-WĂŒrrtemberg erzĂ€hlte, dass viele ihrer Landsleute das Festival dieses Jahr mieden. Nicht wegen der Kontrollen an sich, sondern wegen der Vorgehensweise im benachbarten Bundesland: “Wir lassen uns doch nich wie Schwerverbrecher behandeln, bloss weil wir nach Finkenbach wollen”. Aufsehenerregende Funde oder besondere Vorkommnisse wurden von der Polizei nicht vermeldet, alles war friedlich und ruhig wie in den  vergangenen rund 20 Jahren des inzwischen traditionellen OdenwĂ€lder Festivals auch.
Das Wetter mit strömendem Regen hingegen störte die Wenigsten, die Temperaturen waren angenehm und an die NÀsse gewöhnte man sich schnell. Wer zum Himmel hinauf schaute, sah auch, wo dieser kleine Festival-Störfaktor herkam: Ebenfalls aus dem Badischen.