Odenwaelder Lammfleisch
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Fleisch von Odenw√§lder L√§mmern ‚Äď direkt vom Sch√§fer  

Lammfleisch in bester Qualit√§t aus der Region findet der Verbraucher nicht im Supermarkt und nur ganz selten beim Metzger. Die richtige Adresse daf√ľr ist der Sch√§fer selbst. Wer Fleisch von Odenw√§lder L√§mmern erwerben will, kann sich an den Sch√§ferverein direkt oder an das Touristikzentrum in Erbach wenden. Dort gibt es Informationen √ľber Sch√§fer aus der Region, die dem Sch√§ferverein Odenwaldkreis angeh√∂ren und Lammfleisch aus eigener Zucht verkaufen. Einige der Sch√§fer bieten zudem auch herzhafte, magere Lammwurst und Lammschinken an.
Der Sch√§ferverein hat derzeit 85 Mitglieder. Die meisten davon sind Nebenerwerbs- oder Hobbysch√§fer mit f√ľnf bis 100 Schafen in ihrem Bestand. Insgesamt halten sie rund 5000 Tiere und gez√§hlt werden dabei ausschlie√ülich die Mutterschafe. Die B√∂cke machen nur eine geringe St√ľckzahl aus ‚Äď auf 50 Muttertiere kommt ein Bock ‚Äď und die Anzahl an L√§mmern √§ndert sich st√§ndig. Drei Lammungen in zwei Jahren ist die Regel und 80 Prozent der Muttertiere bringen Zwillinge zur Welt. Diese Veranlagung wurde den Tieren angez√ľchtet, denn fr√ľher, als die Sch√§fer noch wanderten, waren Einzelgeburten vorteilhafter. Um ein Lamm konnte sich die Mutter leicht k√ľmmern, bei zwei Kindern war sie auf der Wanderschaft oft √ľberfordert.
Es ist auch l√§ngst nicht mehr so, dass alle Mutterschafe zur gleichen Zeit lammen. Die ganzj√§hrige Brunst ist bei vielen Rassen ebenfalls angez√ľchtet, denn der Verbraucher verlangt das ganze Jahre √ľber Lammfleisch. Hauptlammzeit ist aber am Ende des Winters, damit, wenn das erste Gr√ľnfutter sprie√üt, die M√§gen der jungen L√§mmer so weit entwickelt sind, dieses aufnehmen zu k√∂nnen. Die gr√ľne Wiese reicht den Schafen als Ern√§hrung v√∂llig aus, zus√§tzlich verlangen sie nur Wasser und ihren Salzleckstein. Wenn drau√üen nichts w√§chst, bekommen die Tiere Heu, vorzugsweise vom zweiten Schnitt. Aber auch Kartoffeln, Apfeltrester, Getreide oder hartes Brot und Br√∂tchen sind willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan.
Das Schaf ist die Nutztierrasse mit der gr√∂√üten Artenvielfalt weltweit, im Odenwald leben rund 20 verschiedene Schafarten. Dabei handelt es sich √ľberwiegend um Fleischlieferanten, aber auch kleine Best√§nde an Milchschafen sind vertreten. Darunter auch das Ostfriesische Milchschaf, mit der gr√∂√üten Milchleistung der beste Milchlieferant weltweit. Die Milch dieser kleinen Best√§nde wird im Odenwald jedoch nur privat verwendet.
Schafe sind von Natur aus so veranlagt, dass sie das ganze Jahre √ľber im Freien verbringen k√∂nnen. In den Wintermonaten und besonders in der Lammzeit brauchen sie jedoch einen wind- und regengesch√ľtzten Unterstand. Geschoren werden die Tiere einmal im Jahr, allerdings nicht mehr wie fr√ľher nach den Eisheiligen Mitte Mai. Diese Tradition hat dem im Juni √ľblichen K√§lteeinbruch den Namen Schafsk√§lte beschert. Viele frisch geschorene Tiere holten sich eine Lungen- oder Euterentz√ľndung, fr√ľher ein gro√ües Problem. Heute wird nach Bedarf geschoren, zum Beispiel wenn die Tiere im Winter in den Stall kommen.
Eine wichtige Aufgabe f√ľr die Schafe sehen Wilhelm Spatz, Vorsitzender des Sch√§fervereins, und seine Kollegen im Landschaftsschutz. Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe geben auf, immer weniger K√ľhe beweiden die Fl√§chen. Eine Verbuschung der Weiden und Wiesen droht ‚Äď wenn da nicht die 5000 Odenw√§lder Schafe w√§ren. Diese k√∂nnen die Aufgabe des Abweidens √ľbernehmen ‚Äď und betreiben damit Natur- und Landschaftsschutz.
Nähere Informationen geben der Schäferverein Odenwaldkreis, Vorsitzender Wilhelm Spatz, Talstraße 125, 64385 Reichelsheim/Ober-Kainsbach, Telefon 06174/2118 oder das Touristikzentrum, Marktplatz 1 in 64711 Erbach, Telefon 06062/94330, Fax 06062/943317, eMail:
odenwald@oreg.de.

Auch im Landgasthaus ‚ÄúZum K√∂nigsbrunnen‚ÄĚ in Ober-Kainsbach sind Produkte vom Lamm erh√§ltlich und √ľber einen Besuchermangel kann Chefin Wilma Hofmann, Lebensgef√§hrtin von Wilhelm Spatz, dem Vorsitzenden des Sch√§fervereins, wahrlich nicht klagen. √úberwiegend aus dem Ballungsgebiet Rhein-Main und aus dem  Darmst√§dter Raum kommen die G√§ste, um in dem gem√ľtlichen Ambiente des kleinen Dorfgasthauses selbstgebackene Kuchen und Torten, Handk√§se oder Kochk√§se, und nat√ľrlich die zahlreichen Lammprodukte zu  genie√üen.
Schlachten und wursten l√§sst Wilhelm Spatz in der Metzgerei Volk in Langenbrombach, und verkauft wird ausschlie√ülich im ‚ÄúK√∂nigsbrunnen‚ÄĚ. Neben dem Fleisch zur Weiterverarbeitung k√∂nnen die G√§ste zahlreiche Wurstsorten probieren oder auch mit nach Hause nehmen. Da gibt es Lammschinken, ger√§ucherte Lammendchen, also Bratw√ľrstchen, ebenfalls ger√§ucherte Knoblauch- und Pfefferwurst, Salami, gekochte K√ľmmelwurst, Krakauer, Bauernbratwurst ‚Äď alles ausschlie√ülich aus Lammfleisch, noch nicht einmal Schweinefett wird zugesetzt.
Aber nicht nur essbare Produkte seiner Tiere bietet Wilhelm Spatz in dem Lokal von Wilma Hofmann an. Erh√§ltlich sind auch Schaffelle, entweder normal gegerbt oder als so genannte ‚ÄúBabyfelle‚ÄĚ. Diese haben zwar die √ľbliche Gr√∂√üe eines Schaffells, werden aber in einem speziellen Verfahren gegerbt und k√∂nnen maschinell gewaschen und getrocknet werden. Auch Hausschuhe aus  Lammfell ‚Äď in Nieder-Kainsbach gefertigt ‚Äď werden zum Verkauf angeboten. Nur ein Produkt seiner Tiere gibt Wilhelm Spatz aus guten Gr√ľnden direkt ab Stall und nicht √ľber den Tresen des ‚ÄúK√∂nigsbrunnens‚ÄĚ ab: Den Schafsmist, ein hervorragender und begehrter D√ľnger f√ľr den Garten.
Ge√∂ffnet hat das Landgasthaus ‚ÄúZum K√∂nigsbrunnen‚ÄĚ in Ober-Kainsbach, Talstra√üe 51, Mittwoch und Donnerstag von 14.30 bis 22  Uhr, Freitag bis Sonntag von 14.30 bis 19 Uhr, Montag und Dienstag sind Ruhetage.