Gefluegelhof Strauss
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Geflügel und Eier – ganz ohne Antibiotika und Schadstoffe

Geflügelhof Strauß ist bekannt für die hohe Qualität seiner Produkte

Der Einkauf von Geflügel und Eiern ist Vertrauenssache, erst recht nach dem neuerlichen Futtermittelskandal in Mecklenburg-Vorpommern. Georg Röder von der „Blauen Hand“ in Groß-Bieberau vertraut diesbezüglich, ebenso wie seine Kollegen von den Odenwald-Gasthäusern, auf den Geflügelhof Strauß in Reinheim-Georgenhausen. Von dort beziehen sie Geflügelfleisch für ihre Menüs, und die Gänse, Enten, Poularden oder Hähnchen schmecken nicht nur ausgesprochen gut, sondern sind auch frei von Schadstoffen und Antibiotika. Seit 1926 besteht dieser Familienbetrieb schon, angefangen hat es mit Legehennen und der Produktion von Eiern, später kam – auf Wunsch der Verbraucher – das Angebot Fleisch hinzu.
Bereits im Frühjahr laufen auf die Wiesen, nur wenige Wochen alt, die Martinsgänse herum. Ein halbes Jahr lang haben sie reichlich Auslauf und Bewegung, was –im Gegensatz zu den Mastgänsen – ein gutes, schmackhaftes Muskelfleisch verspricht. Die Enten leben rund 14 Wochen im Stall, Wasser gibt es nur zum Trinken, aber nicht zum Schwimmen. Denn darin könnten sie sich einen Typhuserreger einhandeln, der zwar nicht für das Tier, aber für den Menschen gefährlich ist. Das ist auch der Grund, warum Enteneier, wenn überhaupt, nur hartgekocht angeboten werden. Auch die Puten haben freien Auslauf im Stall, ebenso die Hähnchen, die spätestens nach sieben Wochen schlachtreif sind.
Auch ein kleiner Teil der rund 16.000 Legehennen lebt in Bodenhaltung, weil viele Verbraucher darauf großen Wert legen. Friedrich Strauß, der Chef des Geflügelhofs sieht die Bodenhaltung aufgrund seiner vieljährigen Erfahrung jedoch nicht als ideal an. Unter so gehaltenen Legehennen liegt der Verlust durch Krankheit und aggressionsbedingten Verletzungen bei 15 Prozent, in herkömmlicher Käfighaltung bei drei bis vier Prozent. Die höhere Krankheitsanfälligkeit macht wiederum den Einsatz von Antibiotika, auch als Leistungsförderer, nötig. Bei optimaler Haltung kann ganz darauf verzichtet werden, wie im Geflügelhof Strauß, wo seit 25 Jahren keine Antibiotika mehr zum Einsatz kamen – weil die Tiere nie krank waren.
Hühner können nur kleine Gruppen Artgenossen überschauen, sind es mehr als 20, irritiert das die Tiere und sie werden aggressiv“, erläutert Friedrich Strauß. Die in Georgenhausen praktizierte Alternative ist die Haltung in kleinen Gruppen: 18 Hennen teilen sich einen Käfig, in dem sie deutlich mehr Platz als die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen 750 Quadratzentimeter pro Huhn und zudem ein Legenest, Stangen und die Möglichkeit zum Scharren haben – und sie machen dabei einen recht zufriedenen Eindruck. Der Verlust bei dieser Art der Haltung liegt unter einem Prozent.
Bis zum Jahr 2006 soll die gesamte Eierproduktion in Deutschland auf Bodenhaltung umgestellt werden – so sieht es die derzeitige Gesetzeslage vor. Als schwer bis nicht realisierbar schätzt Friedrich Strauß dieses Vorhaben ein. Die Flächen sind nicht vorhanden oder für diesen Zweck nicht genehmigungsfähig, weil die Emissionen sind zu hoch sind. Bei Käfighaltung bereitet die Reinigung keine Probleme und erfolgt in einer Legeperiode mehrmals und regelmäßig. Bei Bodenhaltung ist dies erst nach Ende der Legeperiode möglich, was eine starke Geruchsbelästigung durch sich aus dem Kot freisetzendes Ammoniak bedeutet. Einige große Firmen denken bereits an Abwanderung und orientieren sich Richtung Osteuropa, Friedrich Strauß hofft noch Einsicht der politisch Verantwortlichen und eine Rücknahme des Gesetzes.
Nicht die Fragen „Boden oder Käfig?“ entscheiden über die Qualität der Eier, sondern das richtige, unbelastete Futter. Gefüttert werden die Tiere mit Mais, Gerste, Weizen, Hafer und Sojaschrot als Eiweißträger – und das Getreide stammt aus eigenem Anbau oder von den benachbarten landwirtschaftlichen Betrieben. Die Legehennen bekommen zusätzlich noch Futterkalk, das für das Eierlegen wichtige Calcium.
Die Eier vom Geflügelhof Strauß haben verschiedene Betriebswege, das Fleisch wird jedoch nur direkt verkauft, an die Gastronomen oder Privatkunden im „Landlädchen Strauß“. Mittwochs ist Schlachttag und Hähnchen oder Suppenhühner sind ganz frisch erhältlich. Gänse, Enten und Puten gibt es eher in der Saison während der Wintermonate. Selbstverständlich gehören auch Eier zum Angebot, ebenso Gemüse, Kartoffeln und Blumen von den Landwirt-Kollegen in der Nachbarschaft. Zudem sind Produkte der Hüttenthaler Molkerei, Nudeln, Weine, exotisches Gemüse und Obst vom Großmarkt, Wohnaccessoires und vieles mehr erhältlich.
Geöffnet hat das „Landlädchen Strauß“ in Reinheim-Georgenhausen, Dornbachstraße 10, von Dienstag bis Freitag von 9 bis 12.30 und 14.30 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 12.30 Uhr. Montags ist geschlossen.