Birkenauer Ziegen
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Ziegen sind freundlich und neugierig – und hervorragende Milchlieferanten

In Birkenau-Löhrbach sind 400 vierbeinige Zulieferer der Hüttenthaler Molkerei zuhause

Die Milch für den Kräuter-Zickli und andere Ziegenmilch-Produkte der Hüttenthaler Molkerei liefern 400 Ziegen, die in Birkenau-Löhrbach zu Hause sind. Dabei handelt es sich um „bunte deutsche Edelziegen“, eine Rasse, die als hervorragender Milchlieferant gilt. Gemolken werden die Tiere zweimal am Tag, im Jahr geben sie im Durchschnitt 850 Liter Milch. Sie leben entweder auf der Weide oder in einem luftigen, hellen Stall mit viel Auslauf. Neben Grünfutter ernähren sie sich von Heu, Getreide, Sojaschrot und Zuckerrübenschnitzel. Mit 15 bis 18 Monaten bekommen die Ziegen zum ersten Mal Junge und werden demnach ab diesem Zeitpunkt gemolken. Ihre Kinderzahl beträgt pro Wurf im Durchschnitt zwei Stück, aber auch vier Babys sind möglich. Viele Jungtiere, vor allem Böcke, werden verkauft und wachsen anderswo auf.
Gemolken werden derzeit bei Familie Dittrich 180 Tiere, bei Familie Jöst 220. Dies geschieht natürlich nicht von Hand, sondern ähnlich wie bei den Kühen auf dem Melkstand. Auf diesen steigen die Tiere nicht nur freiwillig, sondern sogar mit Begeisterung. Weniger wegen dem Melken, mehr wegen der Zuckerrübenschnitzel, die es dabei zum Naschen gibt.
Mit der Ziegenhaltung begonnen haben Andreas Dittrich vom Auentalhof sowie Michael und Angela Jöst 1993 in Kooperation mit der Hüttenthaler Molkerei. In die Molkerei geht die Hauptmenge der Milch, einen Teil vermarkten die Landwirte jedoch auch selbst, zum Beispiel zu Frischkäse verarbeitet. Auch die Milch selbst ist heißbegehrt, zum einen schmeckt sie gut, zum anderen wird sie problemlos vertragen. Das gilt auch für Neurodermitis-Patienten, die auf Kuhmilch verzichten müssen. Verkauft wird auch Ziegenfleisch. Die Hälfte der Jungtiere sind Böcke, die entweder ganz jung verkauft oder mit drei Monaten geschlachtet werden. In Zusammenarbeit mit Metzgern wird Wurst – von der Ziegenleberwurst bis zur Salami – hergestellt, aber auch das Fleisch zur Weiterverarbeitung ist erhältlich. Wegen dieser Ziegenspezialitäten kommen viele Kunden von weit her angereist.
In ihren Bauernlädchen bieten die beiden Familien jedoch auch weitere Produkte ihrer Höfe an. Sie halten auch Rinder und Schweine sowie Puten und Hühner– ausschließlich zur Direktvermarktung. Saisonal ist auch Obst und Gemüse aus eigenem Anbau oder von benachbarten Landwirten erhältlich. Familie Jöst keltert zudem einen eigenen Apfelwein und lässt Schnäpse aus eigenem Obst brennen, bei Familie Dittrich gibt es donnerstags frisches Bauernbrot. Das Bauerlädchen der Familie Jöst in Birkenau-Löhrbach, Abtsteinacher Straße 12, hat dienstags bis samstags von 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr sowie sonntags von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Hier sind auch „Ferien auf dem Bauernhof“ möglich.
Das Auentalhof-Lädchen der Familie Dittrich, Alte Landstraße 16, hat montags und dienstags von 14 bis 19 Uhr, mittwochs bis samstags von 9 bis 12 und 13 bis 19 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 17 bis 18 Uhr geöffnet. Am letzten Wochenende im August lädt die Familie Dittrich zum Hoffest ein. Damit bietet sich eine gute Möglichkeit, die leckeren Produkte zu probieren und sich die freundlichen, zutraulichen Ziegen einmal näher anzuschauen. Aber aufpassen: Die neugierigen Tiere versuchen alles anzuknabbern, was ihnen vors Maul kommt, ob Jackenärmel oder Fotokameras.